Unsere Projekte

Die Geschichtswerkstatt Rostock führt eine Vielzahl von Projekten mit allen Altersgruppen und verschiedensten Partnern durch. Im Kröpeliner Tor finden regelmäßig Ausstellungen und Vorträge statt. Zeitgeschichtliche Themen werden in der Zeitschrift „Zeitgeschichte regional” (ZGR) veröffentlicht. Die Stadtgeschichte ist in Rundgängen erlebbar.

Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern

Erstellt: 24.10.2018

 

„Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern” erscheint seit 1997 jährlich mit zwei Ausgaben in einer Auflage von je 500 Exemplaren im Ingo Koch Verlag Rostock. Herausgeber ist die Geschichtswerkstatt Rostock e.V., finanziell unterstützt durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern und die Hansestadt Rostock, betreut durch eine elfköpfige Redaktion.

Mitglieder der Redaktion sind Dr. Henrik Bispinck (Berlin), Dr. Martin Buchsteiner (Greifswald), Dr. Irmfried Garbe (Dersekow), Dr. Wolf Karge (Schwerin), Dr. Bernd Kasten (Schwerin), Dr. Ingo Koch (Rostock), Angrit Lorenzen-Schmidt (Rostock)(Leitung), Dr. Ortwin Pelc (Hamburg), Mathias Rautenberg (Rostock), Dr. Andreas Wagner (Lübeck), und Eleonore Wolf (Neubrandenburg).

„Zeitgeschichte regional” soll ein Forum für die Präsentation und Diskussion von Forschung und Projektarbeit zu Themen der Zeitgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns, d.h. seit Beginn des 20. Jahrhunderts, bieten, den wissenschaftlichen Austausch vermitteln und die Vernetzung fördern.
Wir wollen anschaulich und aufklärend informieren über:
– neue Forschungsergebnisse zur Zeitgeschichte Mecklenburgs und Vorpommerns,
– Formen und Inhalte zeitgeschichtlicher Bildung,
– regionale Geschichtsvermittlung in Bildungseinrichtungen wie Schulen, Museen und Vereinen,
– Entwicklungen und Aktivitäten im Bereich der Gedenkstättenarbeit,
– Neuigkeiten und Neuerscheinungen mit zeit- und landesgeschichtlichem Bezug.
Die Zeitschrift soll ein Forum für kontroverse und lebendige Diskussionen sein.
Außerdem werden zeitgeschichtliche Projekte aus anderen Bundesländern oder dem Ausland vorgestellt.
In dieser Reihe erscheinen auch Sonderhefte. Bisher sind folgende Ausgaben erschienen:Publikationen

Die Beiträge werden von den Autoren verantwortet. Sie geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die in „Zeitgeschichte regional” veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.
Autoren senden ihre Beiträge bitte an die Geschichtswerkstatt Rostock e.V. zu Händen von Angrit Lorenzen-Schmidt. Die Beiträge sollen möglichst auf elektronischem Wege an kontakt@geschichtswerkstatt-rostock.de geschickt werden. Vorzugsweise sollte das Textverarbeitungsprogramm WORD unter WINDOWS benutzt werden.
Folgende redaktionelle Hinweise für die Anlage der Beiträge sollten berücksichtigt werden: [Link zu „Redaktionsrichtlinie“]
Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen.
Die Zeitschrift kann zum Einzelpreis von 8,00 Euro bei der Geschichtswerkstatt Rostock e.V. erworben werden. Eine elektronische Bestellung ist hier möglich: Publikationen

Ehrenamt in der Geschichtswerkstatt

Erstellt:

 

Mit dem Ehrenamt will die Geschichtswerkstatt Rostock e.V. die demokratische bürgerliche Teilhabe in der historischen und der kulturellen Arbeit in Rostock und grundsätzlich befördern.

Bürgerbeteiligung in der Form des Ehrenamtes ist eine Chance zur unmittelbaren demokratischen Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Entwicklung kultureller und historischer Projekte. Hier kommt der Geschichtswerkstatt Rostock e.V. ihre Erfahrung aus der Zeit des Bürgerhauses im Rahmen des Urban Projektes (von —-bis)  für die KTV zu gute.

Mit der Einbindung ehrenamtlich engagierter Bürgerinnen und Bürger werden von der Geschichtswerkstatt  Rostock e.V. Ausstellungen wie die KTV-Ausstellung oder „Rostock. Meine Geschichte“  erarbeitet und umgesetzt.

Das Ehrenamt ist Basis des Betriebes des Kröpeliner Tors nicht nur als Ausstellungsfläche, sondern auch als Begegnungs- und Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger Rostocks und seiner Gäste.

Ein Beispiel hierfür ist die Veranstaltungsreihe  Geschichtssalon, in der in offener Runde zeitgeschichtliche Fragestellungen durch Vorträge und Diskussionen thematisiert und in die Öffentlichkeit gebracht werden.

Die Geschichtswerkstatt Rostock e.V. kann und will ohne ehrenamtliches Engagement in den notwendigen strukturellen Funktionen (Vorstand, Kassenprüfung, Mitglieder) und den jeweiligen Projekten und Aktionen ihre selbst gestellten und übernommenen Aufgaben nicht erfüllen.

Werkstattarbeit ist Bürgerbeteiligung

Erstellt: 11.10.2018

 

In jeder guten Werkstatt wird viel Wert auf die Meinung des Kunden gesetzt.
Das ist auch in der Geschichtswerkstatt der Fall. Aber hier ist die Belegschaft der Werkstatt außerdem bemüht, möglichst oft Helfer von außen mit in die Arbeit einzubeziehen, neue Ideen aufzugreifen und Werkstattergebnisse einer möglichst breiten Öffentlichkeit zur Nutzung zu übergeben.
Man kann das auch Bürgerbeteiligung nennen.
Seit ihrer Gründung handelt die Geschichtswerkstatt nach diesem Prinzip, mal erfolgreich, dann wieder mit weniger gutem Ergebnis.
Ein Höhepunkt war sicherlich, als in den Jahren 2002 bis 2003 fast 90 Schüler und Bewohner der KTV die Geschichte des Stadtteils erforschten. Sie stöberten in eigenen und fremden Archiven, suchten nach Exponaten, führten Interviews und gestalteten im Kulturhistorischen Museum die Ausstellung „Stadtlich. Historisches Selbstporträt – die Kröpeliner-Tor-Vorstadt in Rostock“.
An die gewonnenen Erfahrungen konnte angeknüpft werden, als zur 800-Jahrfeier Rostocks viele Rostocker dem Aufruf folgten, ganz persönliche Exponate aus dem Privatbesitz zur Verfügung zu stellen und in der Ausstellung „Rostock. Meine Geschichte“ möglichst mit beigefügten persönlichen Texten zu zeigen.
Bürgerbeteiligung in der Rostocker Geschichtswerkstatt heißt auch, im Ehrenamt bei der Nutzung des Kröpeliner Tores mitzuwirken, in Schulprojekten z.B. Ausstellungsmaterial zu erarbeiten, sich im Arbeitskreis historisch interessierter Senioren auszutauschen, an Vorträgen und Stadtführungen teilzunehmen und vieles mehr.
Bürgerbeteiligung ist für die erfolgreiche Arbeit einer Geschichtswerkstatt lebensnotwendig. Sie ist gleichzeitig für die Beteiligten, ob nun Profi oder Laie, eine Chance für einen kollektiven Lernprozess, für die Gewinnung vieler neuer Erkenntnisse und das alles mit viel Spaß und Freude!

Geschichtssalon

Erstellt:

 

Geschichtssalon – die Veranstaltungsreihe zur Debatte über neue Forschungsansätze und Ergebnisse

Vorträge im Geschichtssalon sind kein „Frontalunterricht“. Das Veranstaltungsformat will Resonanzraum für Forschungsvorhaben bieten, die noch auf dem Weg sind.
Wer hier vorträgt, lädt andere zu einem Werkstattgespräch, kennt vielleicht selbst noch nicht alle Facetten des eigenen Themas, sondern lädt im Salon zum konstruktiven Gespräch über Quellen, Thesen und offene Fragen.
Ob hier vorgestellte Ergebnisse zur Chronik eines Ortsteils gehören, als Leistung im Studium entstehen, für ein Buchprojekt oder in einem ganz anderen Rahmen erfolgen, spielt keine Rolle. Ob mit oder ohne Uni-Erfahrung: Hauptsache, das Thema ist stadt- oder auch regionalgeschichtlich von Interesse.
Entsprechend groß ist die inhaltliche Bandbreite des Salons, von Rostocker Fotografie im 19. und 20. Jahrhundert über die Geschichte von Lesben, Schwulen und Trans* in der Stadt bis hin zu Handwerk, Industrie und Nachrichtentechnik. Natürlich stehen dabei auch immer wieder aktuelle Debatten der Stadtgesellschaft auf dem Programm, falls diese auf historische Hintergründe Bezug nehmen, wie das z.B. bei der öffentlichen Erinnerung an Ernst Heinkel oder auch hinsichtlich der Gestaltung des öffentlichen Raums unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten der Fall ist.
Pro Jahr finden drei bis vier Geschichtssalons in loser Reihenfolge statt. Wer hier vortragen und diskutieren möchte schreibt an: kontakt@geschichtswerkstatt-rostock.de oder meldet sich telefonisch unter 0381 1216415.

Sonderausstellung „Rostock. Meine Geschichte“

Erstellt: 12.10.2018

 

„Rostock – Meine Geschichte“ – Eine Bürgerausstellung zum 800. Stadtjubiläum Rostocks im Kröpeliner Tor vom 4. Juni bis zum 28. Oktober 2018

Die Geschichtswerkstatt Rostock beteiligt sich mit einem ganz besonderen Projekt an den Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich der 800-Jahrfeier Rostocks. In einer Ausstellung präsentieren heutige und ehemalige Rostockerinnen und Rostocker ihre ganz private Stadtgeschichte.

Bereits 2016 begannen die ersten „Brainstormings“ und Überlegungen zu einer musealen Ausstellung unter dem allgemeinen Thema „Rostock“. Zwei Gedanken spielten dabei eine grundlegende Rolle: Die Ausstellung sollte zum einen nicht durch Fachleute entworfen werden und zum anderen einen alltagsgeschichtlichen, individuellen Blick auf die Geschichte der Stadt werfen. Ziel war es, die Rostockerinnen und Rostocker aktiv in die Vorbereitungen mit einzubeziehen und ihren persönlichen Blick auf die Stadt in den Fokus zu stellen.
Unter dem Ausstellungstitel „Rostock – Meine Geschichte“ rief die Geschichtswerkstatt über den Zeitraum von zwei Jahren mittels Zeitungsartikeln, Internetauftritt, vor allem aber über Mund-zu-Mund-Propaganda ihrer Mitstreiter, Mitarbeiter, Ehrenamtler und Freunde, alte und junge Rostockerinnen und Rostocker auf, sich zu Hause nach kleinen oder großen Objekten umzuschauen. Einzige Voraussetzung für die Einreichung war: Das Exponat und dessen Geschichte sollten einen engen persönlichen Bezug zur Stadt haben.
Die Idee der Sammlung und Ausstellung von privaten Gegenständen war es, ein Potpourri aus Geschichtchen und Anekdoten zusammenzustellen. Nicht historische Ereignisse, dargestellt und visualisiert durch „offizielle“ Museumsexponate, machen die Ausstellung der Geschichtswerkstatt aus, sondern vor allem viele vermeintlich kleine und unbedeutende Alltagsgegenstände. Diese bieten einen sehr intimen Einblick in das Familien-, Arbeits- oder Freizeitleben der Einwohnerinnen und Einwohner. Nicht „weltbewegende“ Ereignisse, die Politik, Wirtschaft oder andere wichtige Sektoren der Stadt beeinflussten, sondern ganz private, persönliche Augenblicke und Erinnerungen Einzelner kommen darin zum Ausdruck.

Das Sammeln der Exponate war indessen nicht immer einfach. Die Vorstellung, durch alltagsgeschichtliche Gegenstände die 800-jährige Geschichte Rostocks darzustellen, musste rasch verworfen bzw. in andere Bahnen gelenkt werden. In welcher Familie existieren noch jahrhundertealte Gegenstände, die mit der Warnowstadt oder mit der eigenen Familie zu tun haben? Vielmehr zeigte sich, dass zunächst hauptsächlich Material aus der DDR-Zeit – vielfach in Form von Dokumenten – den Weg in die Geschichtswerkstatt fand. Im Laufe der „Sammlungszeit“ und mit der Veröffentlichung bereits eingereichter Exponate und Geschichten in Zeitungen meldeten sich mehr und mehr Leihgeberinnen und Leihgeber. Gegenstände ganz unterschiedlicher Art und Größe, teilweise auch aus dem 19. Jahrhundert und noch älter, wurden eingereicht. Vielfach stellten sich erst im Gespräch kleine Anekdoten, die vergessen schienen, heraus.
Die Ausstellung präsentiert längere und kurze, große und kleine Erinnerungen, die alle vom Leben in Rostock zeugen. In den „Annahmegesprächen“ fielen häufiger „untergegangene“ Namen von Geschäften oder Familien. Und plötzlich stießen sie Erinnerungen an! Verknüpfen und Anstoßen – so verstehen wir die Ausstellung der Geschichtswerkstatt „Rostock. Meine Geschichte“ im Kröpeliner Tor.
Fast 150 Privatpersonen und Institutionen aus Rostock und der Rostocker Umgebung, aber auch aus weiter entfernten Orten wie Hamburg, Großhansdorf oder Berlin haben sich als Leihgeberinnen und Leihgeber an der Ausstellung beteiligt.

Dr. Antje Strahl
Anne Paschen

Wanderausstellungen

Erstellt:

 

Wanderausstellung zur Zwangsarbeit

Im Sommer 2001 besuchten ein französischer Priester, der als Kriegsgefangener in Rostock gewesen war, sowie ein Mann und eine Frau, die als Jugendliche zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt wurden, Rostock. Mit der Vorbereitung dieses Besuchs starteten wir ein mehrjähriges Forschungs- und Bildungsprojekt zum Thema Zwangsarbeit. Schüler*innen in Rostock, Rövershagen und Wismar, in Barth, Greifswald und Pasewalk erarbeiteten gemeinsam mit Historiker* und Lehrer*innen eine Wanderausstellung zum Thema „Zwangsarbeit im Ostseeraum 1939 bis 1945“. Dabei entstanden Ausstellungsroll-ups mit lokalgeschichtlichen Ergebnissen zu den genannten Orten sowie zur Einordnung der Lokalgeschichte in größere Zusammenhänge.
Die Projektarbeit in den Schulen konnte damals auf zwei geschichtswissenschaftliche Forschungsvorhaben aufbauen, zum einen auf die Herausgabe eines Tagebuchs von französischen Kriegsgefangene über das Lager B.304 in Rostock (Hohe Düne), zum anderen auf eine damals entstehende Dissertation über Zwangsarbeit in Wismar. Eine umfangeiche Zeitungsausschnittsammlung der Geschichtswerkstatt zum Thema verbreiterte die inhaltliche Basis.
Die Wanderausstellung wuchs in mehreren Projekten auf inzwischen mehr als 30 lokal- und regionalhistorische Roll-Ups an. Diese sind – als komplette Serie oder auch in Teilen – über das Büro der Geschichtswerkstatt Rostock kostenfrei ausleihbar. Und wer selbst ein Schulprojekt ins Leben rufen möchte, kann die Ausstellung mit eigenen Forschungen zur Zwangsarbeit in Mecklenburg und (Vor-)Pommern 1939 bis 1945 erweitern. Eine Kontaktaufnahme ist per Mail unter kontakt@geschichtswerkstatt-rostock.de oder telefonisch unter 0381-1216415 möglich.