Als ein Wahrzeichen unserer Hansestadt hat das Kröpeliner Tor im Laufe der Jahrhunderte sowohl sein Aussehen verändert als auch Zweck und Bestimmung gewechselt. Heute steht das Baudenkmal den Rostocker Bürger*innen und Gästen der Stadt als Ausstellungs- und Begegnungsraum zur Verfügung.

Ein Zeugnis der Backsteingotik

Erstellt: 09.10.2018

 

Das heutige Kröpeliner Tor gilt als das schönste erhaltene Baudenkmal der Gotik in Rostock. Mit seinem Bau wurde im

13. Jahrhundert begonnen, als auch die Stadtmauer um die sich 1265 vereinenden 3 Teilstädte errichtet wurde. Eine erste Erwähnung findet sich in Akten der Jahre 1260/1276 als „valva Crapelyn“.

Das ursprüngliche Tor war lediglich zweigeschossig und diente ausschließlich der Verteidung der Stadt. Durch die sich entwickelnde Waffentechnik wurde um 1400 eine Verstärkung aller Wehranlagen notwendig, sodass auch das Kröpeliner Tor erste Umbauten erfuhr. Es wurde auf sechs Geschosse erhöht, wobei von den frühgotischen Mauern nur ein etwa 10 Meter hoher Rest bestehen blieb. Er ist noch heute an den dunklen, tief roten Backsteinreihen über dem Granitsockel erkennbar.

In den folgenden Jahrhunderten gab es immer wieder bauliche Veränderungen. Die Stadttore sollten gerade in den Phasen städtischen Wohlstandes nicht nur der Verteidigung gegen Feinde dienen, sondern auch die Bedeutung der Hansestadt repräsentieren. Die zur Verteidigung erforderliche Robustheit musste also mit architektonisch-künstlerischen Elementen verbunden werden. Zeugnis dessen sind der eindrucksvolle Blendenschmuck und die gestaffelten Ziergiebel. Da das Kröpeliner Tor auf der wichtigen Handelsstraße zwischen Hamburg und Stralsund lag, erhielten nicht nur die Feld- und die Stadtseite Blendgiebel, sondern auch die Mauerseiten. Während des Dreißigjährigen Krieges erfolgte noch einmal eine Stärkung der Wehranlagen; u.a. wurden ein steinernes Brückentor, ein Geschützstand mit Brustwehr und ein Grabensystem errichtet. Im 17. Jahrhundert mussten erste Teile der Wehranlage wegen Baufälligkeit abgerissen werden, im 18. Jahrhundert hatte diese ihre Bedeutung gänzlich verloren.

Das Kröpeliner Tor diente nur noch als Zeughaus, wurde aber wegen seiner repräsentativen Gestalt nicht abgerissen. Vielmehr erhielt es 1847 einen neugotischen burgartigen Vorbau. Die eigentliche Tordurchfahrt war in den 1860er Jahren dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen, weshalb der neue Vorbau durchbrochen werden musste. Im Zweiten Weltkrieg erfuhren das Tor und seine Anbauten erhebliche Zerstörungen, 1947 wurden die Reste der neugotischen Mauern abgerissen, und auch die zum Teil verbliebene Stadtmauer reichte nicht mehr ganz an das Tor heran.

1965 beschloss die Stadt, das Kröpeliner Tor als Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Umfangreiche Sanierungen und Umbauten waren dafür notwendig. Die Arbeiten dauerten von 1966 bis 1969, und auch während dieser Zeit wurden die Planungen immer wieder verändert. Kritische Punkte waren der Zustand der Holzbalkendecken, die Gewährleistung des Brandschutzes und die Erreichbarkeit der Geschosse über eine Treppe. Aus dieser Zeit stammen u. a. die Betondecken und die Verglasung der Torbögen. Die Eröffnung des Tores als Kulturhistorisches Museum erfolgte am 11. Juni 1969. Auf den sechs Etagen waren eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte sowie Sonderschauen zu sehen.

1988 wurden grobe bauliche Mängel festgestellt, zum Teil bestand Einsturzgefahr für verschiedene Bereiche der Fassade. 1989 erfolgte die Sperrung des Tores, im März 1990 begannen Sicherungsmaßnahmen. Der Museumsbetrieb konnte bis September 2004 aufrecht erhalten werden, die finanzielle Situation der Stadt führte dann zur Schließung. Die Gefahr einer Veräußerung des Stadttores an überregionale Interessenten konnte durch einen fraktionsübergreifenden Beschluss der Bürgerschaft gebannt werden. Die Stadt blieb Eigentümerin des Tores und übertrug dessen Nutzung ab April 2005 an die Geschichtswerkstatt Rostock e.V. In haupt- und ehrenamtlichem Engagement sorgen deren Mitglieder gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern für die Öffnung des Bauwerks.

 

Ausstellungen im Tor

Erstellt: 10.10.2018

 

Im Kröpeliner Tor stehen fünf Etagen zur Verfügung, in denen ständig Ausstellungen gezeigt werden. Zu erreichen sind diese ausschließlich über Treppen. (Information und Empfang, sowie das Café und der Büchertresen sind ebenerdig und barrierefrei erreichbar.)
Die Obergeschosse 1 bis 3 dienen als Raum für Wechselausstellungen, die Etagen 4 und 5 beherbergen die hauseigene Dauerausstellung welche die Entwicklung der Stadtbefestigung zum Thema hat.

Das Lesecafé im Tor

Erstellt: 09.10.2018

 

Wir halten für Sie eine kleine Auswahl an heißen und gekühlten Getränken bereit. Im Empfangsbereich – bei schönem Wetter auch draußen – können Sie unser Lesecafé besuchen und ein wenig verweilen. Vielleicht haben Sie auch Lust, bei einer Tasse Kaffee in unserem Bücherangebot zu stöbern.

Eintrittspreise und Gebühren

Erstellt: 09.10.2017

 

Kröpeliner Tor
Erwachsene: 3 € | Ermäßigte: 2 € | Familien: 8 €

Stadt- und Torführung
Erwachsene: 5 € | Ermäßigte: 4 €

Veranstaltung
Erwachsene: 3 € | Ermäßigte: 2 €

als ermäßigt gelten:

Schüler*innen, Studierende, Auszubildende, Schwerbeschädigte, Alg II-Empfänger*innen, Inhaber*innen der Rostock- oder WelcomeCARD, Gruppen ab 10 Personen, Rentner*innen (nur bei Führungen und Stadtrundgängen)

Ab 1. Oktober 2018 sind alle Studierende der Universität Rostock gegen Vorlage ihres Studienausweises (+Kulturticket) berechtigt, die öffentlichen Angebote der Geschichtswerkstatt Rostock kostenlos zu besuchen.